Wichtige Punkte:
Der FATF-Chef fordert die G7-Staaten auf, Ordnung in den „gesetzlosen Krypto-Raum“ zu bringen.
Nur 27 % der Länder erfüllen die aktualisierten Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung mit Kryptowährungen.
Die FATF empfiehlt Transparenz hinsichtlich des wirtschaftlichen Eigentums und der Rückgewinnung von Vermögenswerten, um zu verhindern, dass Kryptowährungen für illegale Finanztransaktionen verwendet werden.
Der Leiter der Financial Action Task Force (FATF), T. Raja Kumar, hat die G7-Staaten in einem Brief aufgefordert, bei der Regulierung des „gesetzlosen Krypto-Raums“ proaktiver vorzugehen.

Kumar betonte, dass Kryptowährungen immer noch illegale Finanztransaktionen auf der ganzen Welt ermöglichen und dass dies eine große Herausforderung für die globale Finanzsicherheit darstellt.
Während sich die G7 darauf vorbereitet, verschiedene Tagesordnungspunkte für das Jahr zu diskutieren, darunter die Regulierung von Kryptowährungen und der gesamten Branche, forderte Kumar „konzertierte globale Maßnahmen“, um sicherzustellen, dass es im Finanzsystem der Welt keinen „sicheren Hafen“ für solche Transaktionen geben kann. Die FATF arbeitet derzeit an „mehreren Fronten“, um Ländern dabei zu helfen, „digitale Finanzströme“ zu bekämpfen, die „Kriminalität und Terrorismus anheizen“.
Die FATF hat ihre Empfehlungen, die globalen Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Proliferationsfinanzierung, aktualisiert, um Krypto-Assets und damit verbundene Finanzaktivitäten einzubeziehen. Kumar hat jedoch seine Besorgnis über die relativ geringen Fortschritte der Länder bei der Umsetzung dieser neuen Standards im Rahmen der Empfehlungen zum Ausdruck gebracht. Stand 2019 erfüllten nur 27 % der Länder die aktualisierten Standards, die Krypto einschließen, während die verbleibende Mehrheit von 73 % diese vollständig oder teilweise nicht erfüllt und noch nicht mit der Überwachung der Kryptoindustrie begonnen hat.
Um dieses Problem anzugehen, empfiehlt Kumar den Ländern, sich auf zwei Bereiche zu konzentrieren, um sicherzustellen, dass Kryptowährungen nicht für illegale Finanztransaktionen verwendet werden können. Der erste Bereich ist die Gewährleistung der Transparenz des wirtschaftlichen Eigentums, was „im Kampf gegen Geldwäsche, Korruption, Steuerhinterziehung und Sanktionsumgehung von entscheidender Bedeutung“ ist. Der zweite Bereich ist die Rückführung der Erträge aus Straftaten. Kumar schrieb, dass die Rückführung von Vermögenswerten dazu beiträgt, das Vertrauen in die Strafverfolgung zu stärken, da sie den Opfern direkt hilft und eine „wirksame“ Methode zur Unterbindung von Wirtschaftskriminalität darstellt. Die Länder haben jedoch kaum etwas an der Rückführung von Vermögenswerten getan und nur ein kleiner Teil der globalen illegalen Finanzströme wird jemals zurückgeführt.
Darüber hinaus glaubt Kumar, dass viele Länder nicht über die nötige Erfahrung verfügen, um illegale Finanzströme zu bekämpfen, wenn diese digital werden. Um dieser Herausforderung zu begegnen, beabsichtigt die FATF, ein neues Programm einzuführen, das die sogenannte „Travel Rule“ enthalten soll, um ihnen bei der Anpassung zu helfen. Die Travel Rule wird Anbieter virtueller Vermögensdienstleister wie Börsen verpflichten, Informationen untereinander und an Aufsichtsbehörden weiterzugeben, wenn Kryptotransaktionen einen bestimmten Schwellenwert überschreiten. Dies wird dazu beitragen, sicherzustellen, dass die Länder über die notwendigen Instrumente verfügen, um illegale Finanzströme im digitalen Zeitalter zu bekämpfen.
Kumars Brief unterstreicht die Notwendigkeit einer konzertierten globalen Anstrengung, um die Kryptoindustrie zu regulieren und illegale Finanzströme zu verhindern. Zwar wurden Fortschritte bei der Aktualisierung der Empfehlungen der FATF zur Einbeziehung von Krypto erzielt, es muss jedoch noch mehr getan werden, um sicherzustellen, dass diese Standards von den Ländern umgesetzt werden. Indem sie sich auf die Transparenz des wirtschaftlichen Eigentums und die Rückgewinnung von Vermögenswerten konzentrieren, können Länder dazu beitragen, illegale Finanzströme zu verhindern und das Vertrauen in die Strafverfolgung zu stärken. Das neue Programm der FATF, das die Reiseregel beinhaltet, wird den Ländern auch dabei helfen, sich an die neue digitale Landschaft anzupassen und Finanzkriminalität wirksam zu bekämpfen.
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Annie
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