Brian Armstrong, der CEO der US-Kryptobörse Coinbase Global Inc., hat die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich aufgefordert, klarere Regeln für die Kryptowährungsbranche zu schaffen.
In seiner Rede auf der Branchenkonferenz Innovate Finance betonte Armstrong, wie wichtig es sei, die Entwicklung von Offshore-Paradiesen durch die Schaffung klarer Regulierungsrahmen für Kryptounternehmen zu verhindern.
Offshore-Oasen und regulatorische Herausforderungen in den USA
Armstrongs Kommentare folgen auf die Pleite der auf den Bahamas ansässigen Börse FTX im vergangenen Jahr, die deutlich machte, dass große Volkswirtschaften transparente Vorschriften für die Kryptowährung schaffen müssen.
Armstrong warnte, dass ohne klare Gesetze und Regulierungen in den USA und Großbritannien die Gründung von Firmen in Offshore-Oasen möglich sei, was potenziell zu mehr Marktstörungen und Betrug führen könne.
Während die Europäische Union spezielle Krypto-Regeln erarbeitet hat, ist der Sektor in den Vereinigten Staaten weitgehend unreguliert. US-Regulierungsbehörden und Strafverfolgungsbehörden haben in diesem Jahr ein umfassendes Vorgehen gegen Krypto-Unternehmen eingeleitet. Dabei zielen sie auf illegale Angebote und die Nichteinhaltung von Regeln ab, die illegale Aktivitäten verhindern sollen.
Im März drohte die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) Coinbase wegen bestimmter Produkte zu verklagen.
Britische Bemühungen und harte Linie der Banken
Im Februar führte das britische Finanzministerium seine ersten Regeln zur Regulierung von Kryptowährungen ein und im März forderte die britische Finanzaufsichtsbehörde strenge Regeln, um den Sektor zu „entgiften“.
Armstrong lobte in einem Tweet am Montag das schnelle Vorgehen Großbritanniens bei einer vernünftigen Krypto-Regulierung und erklärte, er freue sich darauf, „weiterhin in Großbritannien zu investieren“.
Armstrong äußerte jedoch Bedenken darüber, dass einige britische Banken im Rahmen ihrer Bemühungen zur Betrugsbekämpfung eine zunehmend harte Haltung gegenüber Kunden einnehmen, die Geld an Krypto-Börsen überweisen.
So hat etwa NatWest, ein führender britischer Kreditgeber, im März neue Beschränkungen für Kundenüberweisungen an Kryptowährungsbörsen eingeführt, um die Verbraucher vor „Kryptokriminellen“ zu schützen.
Armstrong kritisierte das Vorgehen der Banken und twitterte, dass die Blockierung von Fiat-Zahlungen an Krypto-Unternehmen „nicht in Ordnung“ sei. Gute Betrugskontrollen seien zwar sinnvoll, ein pauschales Verbot jedoch nicht und wahrscheinlich auch rechtswidrig.
Die Kommentare des Coinbase-CEOs spiegeln die Dringlichkeit wider, dass die USA und das Vereinigte Königreich einen transparenten und robusten Regulierungsrahmen für die sich rasch entwickelnde Kryptowährungsbranche schaffen müssen.
