Laut der BBC sind die USA und Kanada nach der Ausweitung der Zölle auf kanadische Waren durch Präsident Donald Trump und den entsprechenden Gegenmaßnahmen Ottawas noch immer nicht näher an einer Lösung ihres Handelsstreits. Die USA haben kanadischen Stahl, Aluminium, Holz (Lumber) und Automobile ins Visier genommen, während Kanada Gegen-Zölle auf Waren im Wert von 28 Mrd. CAD aus den USA verhängt hat.
Der Bericht besagte, Ontario habe am stärksten abbekommen: Auto-Teile- und Montagewerke hätten Entlassungen und Produktionskürzungen angekündigt. In Quebec seien die Metall-Exporte zwischen Februar 2025 und 2026 um 36% gesunken, während die Beschäftigung in der Branche um 3,6% zurückging. Die Royal Bank of Canada erklärte, Ontario und Quebec seien die am stärksten exponierten Provinzen, und zusätzliche US-Zölle auf etwa 20 Mrd. US-Dollar an kanadischen Waren, die am 22. August in Kraft traten, dürften sich belastend auf British Columbia, Quebec und Ontario auswirken.
Auf US-Seite richtet sich Kanadas Gegenmaßnahme auf Swing States: Am stärksten betroffen sei Ohio mit 3,2 Mrd. CAD bzw. 12% der Exporte, die in Kürze zollbelastet werden. Es folgen Illinois und Pennsylvania. Derek Holt, ein Ökonom bei Scotiabank, sagte, die Gegen-Zölle scheinen gezielt auf Bundesstaaten abgestellt zu sein, die das Kräfteverhältnis bei den bevorstehenden Zwischenwahlen beeinflussen könnten.
Der durchschnittliche effektive US-Zollsatz auf Kanada ist den Daten der Royal Bank of Canada zufolge auf 5,7% gestiegen, nach 2,9% im Juni. Der US-Zollsatz auf das Vereinigte Königreich liegt bei 6,2% und China steht weiterhin bei etwa 20,5%. Die BBC berichtete, dass kanadische Unternehmen seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 mehr in Länder außerhalb der USA exportieren, und dass die ausländischen Direktinvestitionen nach Kanada im Jahr 2025 96,8 Mrd. CAD erreicht haben – der höchste Zufluss seit 2007. Das BIP von Kanada wuchs im zweiten Quartal 2026 um 3,3%, gestützt durch stärkere Exporte und inländische Investitionen.
Der Bericht sagte außerdem, dass in Kanada von Januar 2025 bis Januar 2026 rund 55.000 Fertigungsarbeitsplätze verloren gingen. Der Calgary-basierte Ökonom Trevor Tombe schätzte, dass landesweit 90.000 Jobs verloren gehen könnten, falls die neuesten US-Zölle bestehen bleiben. Die Tax Foundation schätzte, dass ein US-Haushalt in diesem Jahr im Durchschnitt 840 US-Dollar mehr zahlen könnte – wegen Trumps Zöllen.
