Die Klage der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) gegen FTX Limited und Alameda Research hat die höchsten Vergleichssummen eingebracht, seit die Regulierungsbehörden mit Zwangsmaßnahmen im Kryptobereich gegen fehlbare Akteure begonnen haben.
Einem neuen Bericht von Coingecko zufolge müssen die Firmen, die mit dem in Ungnade gefallenen Investor Sam Bankman-Fried (SBF) in Verbindung stehen, 12,7 Milliarden Dollar für den Betrug an ihren Kunden zahlen. Das entspricht 40 Prozent der rund 32 Milliarden Dollar, die die Aufsichtsbehörden bisher eingetrieben haben.
Die CFTC verklagte SBF, die inzwischen insolvente FTX Ltd und Alameda Ende 2022 wegen Verstoßes gegen den Commodities Exchanges Act und dessen Vorschriften. Dieser Fall endete Anfang August 2024, als ein New Yorker Gericht die Zustimmungsanordnungen der Aufsichtsbehörde erließ, die die mit SBF verbundenen Unternehmen dazu zwangen, ihren Einlegern 8,7 Milliarden Dollar an Beschränkungen und weitere 4 Milliarden Dollar an Gewinnherausgaben zu zahlen.
Quelle: Coingecko
Dieser Vergleich zwischen FTX und Alameda stellt 65 % der Entschädigungen dar, die die Regulierungsbehörden bis zum 8. Oktober 2024 gegen betrügerische Krypto-Unternehmen erstritten haben. Die Summe ist mehr als dreimal so hoch wie die Summe, die Celcius (4,7 Mrd. USD), Terraform Labs (4,5 Mrd. USD) und Binance (4,3 Mrd. USD) für andere Verstöße gezahlt haben. Genesis, Voyager und Telegram sind die anderen Unternehmen, die für ihre Verstöße gegen das Gesetz Milliardenzahlungen erhalten haben.
US-Regulierungsbehörden intensivieren ihre Kontrolle des Kryptosektors
Ein kurzer Blick auf die Daten von Coingecko zeigt, dass die amerikanischen Regulierungsbehörden ihren Fokus auf Krypto-Unternehmen verstärkt haben. Das wird deutlich an der steigenden Zahl der Vergleiche und der jährlich erzielten Gesamtvergleichswerte (TSV). So haben die Aufseher beispielsweise einen Anstieg ihres TSV im Jahr 2024 um 79 % gegenüber den Zahlen von 2023 auf 19,45 Milliarden Dollar verzeichnet.
Quelle: Coingecko
Laut dem Bericht deutet dieser Anstieg darauf hin, dass dies das bisher beste Jahr für die Regulierungsbehörden in Bezug auf gewonnene Klagen sein könnte. Unter anderem heißt es darin:
Obwohl das Jahr noch ein paar Monate übrig ist, wurde im Jahr 2024 im Vergleich zu 2023 bereits ein Anstieg des Vergleichswerts um 78,9 % verzeichnet. Angesichts der Tatsache, dass die US-Regulierungsbehörden keine Anzeichen einer Verlangsamung der Kontrolle der Kryptobranche zeigen, könnten im Jahr 2024 möglicherweise mehr Vergleiche in Rechtsstreitigkeiten verzeichnet werden als im letzten Jahr.
~Coingecko
CFTC-Kommissarin Kristin N. Johnson spielt in ihrer Erklärung nach dem Gerichtsurteil im Fall FTX-Almeda auf diesen Wandel an. Sie bezeichnete die Entscheidung zwar als historisch, betonte aber, dass die CFTC noch viel zu tun habe. Johnson führte aus, dass der Schwerpunkt der Behörde auf dem Schutz der Kunden in Märkten mit Regulierungslücken liegen müsse, die sie hohen Risiken aussetzen.
Krypto-Betrug zu erkennen erfordert konzertierte Anstrengungen
Der Bericht von Coingecko unterstreicht auch die Bedeutung der Zusammenarbeit bei der Zähmung nicht konformer Akteure im Krypto-Bereich. Die Securities and Exchange Commission (SEC) steht bei diesem Vorstoß an vorderster Front, aber auch andere Akteure sind von entscheidender Bedeutung, um die sektorweite Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen.
So hat die CFTC neben dem Fall FTX-Alameda beispielsweise auch erfolgreich Klagen gegen Tether und die Muttergesellschaft der Kryptowährung, Bitfinex, geführt. Weitere Akteure, die eine entscheidende Rolle dabei spielen, günstige Entscheidungen gegen fehlbare Akteure zu erwirken, sind die Strafverfolgungsbehörde des Finanzministeriums, der New Yorker Generalstaatsanwalt und die North American Securities Administrators Association.

