Die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter hat ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Staatsschulden der Vereinigten Staaten und Europas nicht nur für die Schweiz, sondern für die ganze Welt ein erhebliches Risiko darstellen.

In einem Interview mit der Schweizer Zeitung Blick lobte Keller-Sutter das „disziplinierte“ Finanzmanagement der Schweiz, das es dem Land ihrer Meinung nach ermöglicht habe, die wirtschaftlichen Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie und die russische Aggression gegen die Ukraine zu meistern. Im Gegensatz dazu stellte sie fest, dass andere Länder so hoch verschuldet seien, dass sie kaum handeln könnten. Als Beispiel für diese finanzielle Belastung nannte sie Frankreich. „Oder schauen Sie sich Amerika an. Es ist eine tickende Zeitbombe. Der kleine Börsencrash Anfang dieses Monats war ein Warnschuss. Er war ein Zeichen für die Angst der Anleger vor einer Rezession. Die Schulden in den USA und Europa sind ein Risiko für die Schweiz und die internationale Finanzstabilität“, erklärte Keller-Sutter.

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Keller-Sutter sprach auch über den Vorschlag der Schweizer Regierung, dass die UBS nach der Übernahme des ehemaligen Konkurrenten Credit Suisse nach dessen Zusammenbruch im vergangenen Jahr höhere Kapitalreserven vorhalten solle. Sie begründete die zusätzlichen Forderungen damit, dass dies notwendig sei, um die Schweiz vor einer weiteren Bankenkrise zu schützen, heißt es in einem Reuters-Bericht.

Keller-Sutters Bemerkungen unterstreichen die globale Vernetzung der Finanzsysteme und die möglichen Welleneffekte, die eine übermäßige Verschuldung großer Volkswirtschaften auf Länder wie die Schweiz haben könnte. Ihre Kommentare erinnern daran, dass selbst Länder mit strenger Finanzdisziplin nicht immun gegen die Risiken sind, die durch die Haushaltsverfehlung anderer Länder entstehen.