Zentralbanken auf der ganzen Welt kämpfen mit der schwierigen Aufgabe, die übermäßige Inflation in den Griff zu bekommen und gleichzeitig ihre Volkswirtschaften am Leben zu halten.
In den letzten Jahren stand die Zentralbank der Europäischen Union (EU) vor einem dreifachen Dilemma: Sie erforderte heikle Ausgleichsmaßnahmen und strategische Entscheidungen, da die anhaltend hohe Inflation die Wirtschaft zu lahmlegen droht.
dreifaches Dilemma
Carsten Brzeski, Global Head of Macro bei der ING Bank in den Niederlanden, fasste die jüngsten Herausforderungen, vor denen die EZB steht, kurz und bündig zusammen, wie es im Bericht heißt:
„Alle Zentralbanken kämpfen mit dem gleichen dreifachen Dilemma: Wie kann man eine sich verlangsamende Wirtschaft, eine weiterhin zu hohe Inflation und die verzögerten Auswirkungen beispielloser Zinserhöhungen in Einklang bringen?“
Ein weiterer gemeinsamer Trend bei den EZBen besteht darin, dass sie sich den Höchstzinsen nähern. Diese Nähe verkompliziert das oben genannte Dilemma. Wenn sich die Zinssätze bereits ihrem Höchststand nähern, haben die Zentralbanken weniger Handlungsspielraum, um auf veränderte Wirtschaftsbedingungen zu reagieren.
Diese begrenzte Flexibilität bedeutet, dass die Zentralbanken bei ihren geldpolitischen Entscheidungen vorsichtiger sein müssen. Der jüngste Anstieg der Ölpreise hat die Lage noch komplexer gemacht. Steigende Ölpreise haben eine doppelte Auswirkung auf die Wirtschaft.
Einerseits können sie den Inflationsdruck durch steigende Energiekosten verstärken, was sich auf alle Wirtschaftssektoren auswirken kann. Andererseits können höhere Ölpreise die Produktionskosten erhöhen und die Kaufkraft der Verbraucher verringern, wodurch das Wirtschaftswachstum gebremst wird.
Dieses Problem bringt die Zentralbanken in eine schwierige Lage. Sie müssen die möglichen inflationären Auswirkungen steigender Ölpreise sowie die negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum sorgfältig abwägen. Die Entscheidung, ob die Geldpolitik als Reaktion auf Ölpreisschwankungen verschärft oder gelockert werden soll, erfordert einen komplexen Balanceakt.
Abgesehen von der EU kämpfen auch die Zentralbanken mit der Unsicherheit
Zentralbanken auf der ganzen Welt kämpfen mit der schwierigen Aufgabe, die übermäßige Inflation in den Griff zu bekommen und gleichzeitig ihre Volkswirtschaften am Leben zu halten. Beispielsweise hat die Bank of England kürzlich beschlossen, die Zinserhöhungen nach 14 aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen auszusetzen, wobei der Leitzins stabil bei 5,25 % lag.
Die Entscheidung war knapp: Fünf Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses stimmten dafür, die Zinssätze unverändert zu lassen, während vier Mitglieder eine Erhöhung der Zinssätze um 25 Basispunkte befürworteten. Die niedriger als erwarteten Inflationsdaten für August (6,7 % im Jahresvergleich) könnten die Entscheidung beeinflusst haben. Obwohl es immer noch über dem Ziel der Bank of England von 2 % lag, lag es unter der Prognose von 7 %.
In der Schweiz entschied sich die Schweizerische Nationalbank zum ersten Mal seit März 2022 für eine Pause und verwies auf die starke Straffung der Geldpolitik in den letzten Quartalen, um den verbleibenden Inflationsdruck zu bekämpfen. Die Inflation in der Schweiz lag im August bei 1,6 % und lag damit im nationalen Zielkorridor von 0-2 %.
Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, betonte, dass „der Krieg gegen die Inflation noch nicht vorbei ist“, und deutete an, dass im Dezember eine weitere Straffung der Geldpolitik möglich sei. Die SNB prognostiziert, dass die jährliche Schweizer Inflation in den Jahren 2023 und 2024 durchschnittlich 2,2 % und im Jahr 2025 1,9 % betragen wird, vorausgesetzt, der Leitzins bleibt bei 1,75 %.
Am 14. September erhöhte die Europäische Zentralbank die Zinsen um 25 Basispunkte, womit die Zinsen ihren Höchststand erreicht haben. Die EZB stellte fest, dass die Beibehaltung dieser Zinssätze einen großen Beitrag dazu leisten würde, die Inflation rechtzeitig wieder auf das Zielniveau zurückzuführen. Allerdings betonte die Bank, dass die Zinsen so lange wie nötig auf einem angemessen restriktiven Niveau bleiben werden. #通胀 #欧盟

