Bifinity UAB, die Krypto-zu-Fiat-Verarbeitungseinheit der globalen Kryptowährungsbörse Binance, ist innerhalb eines Jahres nach ihrer Gründung zu einem der größten Steuerzahler Litauens aufgestiegen. Laut aktuellen Daten des unter dem Pseudonym DeFi Ignas (@DefiIgnas auf X) bekannten Blockchain-Forschers hat Bifinity UAB im Jahr 2022 über 45 Millionen Dollar an Steuern (ohne Mehrwertsteuer) an die litauische Regierung abgeführt.
Im Geschäftsjahr 2022 sicherte sich das Binance-Tochterunternehmen Bifinity nicht nur die Position des zweitgrößten Körperschaftssteuerzahlers, sondern war auch insgesamt der viertgrößte Steuerzahler in Litauen, einem baltischen Land, das für seine Akzeptanz von Kryptowährungen und Blockchain-Technologie bekannt ist.
DeFi Ignas machte auf Twitter auf diese erstaunliche Entwicklung aufmerksam und erklärte: „Es gibt einen besonderen Grund, warum ich ein Fan von Binance bin. Binance hat über Bifinity in meinem kleinen Heimatland Litauen mehr Steuern gezahlt als die vier größten nordischen Banken. Binance finanziert die Reparatur unserer schrecklichen Straßen und unterstützt unseren Sozialstaat.“
Die Wahl Litauens als Standort für Bifinity ist interessant, da es Zugang zur Europäischen Union bietet und die Finanzgeschäfte von Binance ermöglicht. Forbes berichtete zuvor, dass Binance sich an Litauen wandte, nachdem es sowohl in Malta als auch in London Schwierigkeiten hatte, eine Krypto-Lizenz zu erhalten.
Für Binance und seine litauische Tochtergesellschaft ist jedoch nicht alles rosig. Die Börse ist derzeit in mehrere Klagen verwickelt, die sie vehement abstreitet. Bifinity wird insbesondere vorgeworfen, „zweifelhafte Transaktionen“ für Binance ermöglicht zu haben. Berichten zufolge wurden 6,3 Milliarden Dollar an Merit Peak überwiesen, eine weitere Binance-Tochter, die derzeit von der US-Börsenaufsicht SEC wegen angeblicher Vermischung von Kundengeldern unter die Lupe genommen wird. Darüber hinaus ist ans Licht gekommen, dass Bifinity zum Kauf eines Privatjets im Wert von 55 Millionen Dollar verwendet wurde und 62,5 Millionen Dollar auf das persönliche Konto des Binance-CEO Changpeng Zhao (CZ) überwiesen wurden.
Diese Entwicklungen werfen Fragen auf, warum Binance Litauen als Standort für seine Geschäftstätigkeit gewählt hat, ein Land mit angeblich „schwächeren Standards“. Kritiker, darunter ein Berater der Europäischen Zentralbank (EZB), haben gefragt, warum Binance sich nicht anderswo die behördliche Genehmigung sichern konnte, wenn es sich doch um ein seriöses Unternehmen handelt.
Angesichts der aktuellen regulatorischen Unsicherheit rund um Kryptowährungen erscheinen viele Krypto-Befürworter jedoch als ungerecht. Der Segen der Kryptowährung für kleinere Länder, die sie annehmen, wird immer deutlicher, und Litauen scheint einer dieser Nutznießer zu sein.
Litauische Rechtsexperten und Beobachter scheinen von den Vorwürfen gegen Bifinity und Binance unbeeindruckt zu sein und äußern sich optimistisch, dass sich die „FUD“ (Angst, Unsicherheit, Zweifel) rund um die Börse irgendwann auflösen wird, ähnlich wie die jüngsten Fälle von Ripple und Grayscale gegen die SEC. Vytautas von der „Crypto Economy Organisation“ schloss sich dieser Meinung an und erklärte: „Keine der Anschuldigungen ist bewiesen; es gibt nur Annahmen. Die USA erheben Vorwürfe gegen viele. Das ist das amerikanische Modell, bei dem die Regulierungsbehörde jedem etwas vorwirft, es dann aber nicht beweisen kann und einen Rückzieher macht. Ich denke, dasselbe wird mit Binance passieren, da es bisher keine Beweise gibt und nach dem, was wir auf dem Markt sehen, gibt es kaum Hinweise darauf, dass irgendwelche Verstöße begangen wurden.“
Trotz der Kontroversen ist die Präsenz von Binance und seiner Tochtergesellschaft Bifinity in Litauen zweifellos ein Segen für das Land. Viele hoffen, dass weitere Kryptowährungsunternehmen diesem Beispiel folgen werden, was möglicherweise dazu beitragen könnte, dringende Probleme wie die bröckelnde Infrastruktur des Landes und unterfinanzierte Bildungseinrichtungen anzugehen.
Bifinity wurde am 7. März 2022 als Binances firmeneigenes Unternehmen für Zahlungstechnologie gegründet und spielt eine entscheidende Rolle bei der Erleichterung von Krypto-zu-Fiat-Transaktionen, der Bereitstellung der Zahlungs-API und der Kompatibilität mit Visa- und Mastercard-Betreibern. Sein schneller Aufstieg in die oberen Ränge der litauischen Steuerzahlerrangliste ist ein Beweis für die wachsende Bedeutung der Kryptowährungsbranche in der globalen Finanzlandschaft.
Quelle: https://azcoinnews.com/bifinity-uab-emerges-as-top-taxpayer-binances-lithuanian-unit-contributes-45-million-in-2022.html



