Nachdem die belgische Finanzmarktaufsichtsbehörde Binance im Juni eine Aussetzungsanordnung erlassen hatte, hat die bekannte Kryptowährungsbörse einen Plan zur Rettung ihres belgischen Marktes entwickelt.

Da sie Kryptowährungsdienste von außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) anbot, wurde der weltweit größten Börse in Belgien die Schließung angeordnet.

Am Montag, den 28. August, gab Binance auf seinem Blog bekannt, dass es alle belgischen Benutzer an seinen polnischen Standort weiterleiten wird. Die Börse sagt, die Anpassung werde ihr helfen, die Vorschriften einzuhalten und ihre westeuropäischen Kunden zu halten.

Binance ist ein VASP in Polen, einem Land des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Durch die Annahme der Nutzungsbedingungen von Binance Polen erhalten alle Kunden der belgischen Kryptowährungsbörse wieder Zugriff auf die Handelsseite.

Um jedoch alle polnischen Rechtsnormen einzuhalten, hat die Kryptowährungsbörse darauf hingewiesen, dass bestehende Kunden möglicherweise aufgefordert werden, einige Know-Your-Customer-Dokumente (KYC) erneut einzureichen. Alle betroffenen Verbraucher werden schließlich weitere Informationen zu den genauen Dokumentationsanforderungen erhalten.

Zwar hat Binance die Hürde der belgischen Finanzbehörden überwunden, doch in immer mehr Ländern stößt das Unternehmen weiterhin auf regulatorische und betriebliche Hürden, darunter Australien, Deutschland, Frankreich, die Niederlande und die Vereinigten Staaten (USA).

Nachdem bekannt wurde, dass Binance Dienstleistungen für sanktionierte russische Banken erbracht hat, spekulierten einige in den Vereinigten Staaten, dass das Justizministerium (DOJ) möglicherweise Klage gegen die Börse einreichen könnte.

Da die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) bereits 13 Anklagen gegen die Börse erhoben hat, stehen ihre Aktivitäten in den USA unter intensiver Beobachtung und geben Anlass zur Sorge.

Das Wall Street Journal berichtete am Montag, dass die Kryptowährungsbörse Binance aufgrund internationaler Sanktionen gegen Russland erwägt, ihr Russlandgeschäft zu schließen.

Als die Nachricht auftauchte, dass die auf den Seychellen ansässige Börse trotz Behauptungen, die von der internationalen Gemeinschaft verhängten Finanzsanktionen zu befolgen, weiterhin Transaktionen mit vielen auf der schwarzen Liste stehenden russischen Banken zuließ, verbannte sie diese Institute von ihrer Peer-to-Peer (P2P)-Handelsplattform.

Seit der Invasion Russlands in der Ukraine im Februar 2022 steht das Land weltweit unter intensiver Beobachtung und regulatorischem Druck, und Binance wägt nun seine Optionen ab. Eine Alternative, die in Betracht gezogen wird, ist ein „vollständiger Ausstieg“ aus Russland.